Die Kunden des Regionalwerks Würmtal sind auf der sicheren Seite
- Das Regionalwerk Würmtal wurde Ende März 2012 gegründet und beliefert seit April 2012 Kunden aus der Region und darüber hinaus mit Strom. Der Kundenzustrom zu dem neuen kommunalen Energieversorger, an dem die Gemeinden Gauting, Planegg und Krailling beteiligt sind, verlief im ersten Betriebsjahr äußerst erfolgreich. Mittlerweile werden mehr als 1750 Kunden vom Regionalwerk Würmtal mit Strom versorgt und die Wechselbereitschaft zum Regionalwerk ist weiterhin hoch. Die Energieversorgung der bestehenden Kunden, aber auch derjenigen, die in den kommenden Wochen zum Regionalwerk Würmtal wechseln wollen, ist absolut sicher und wird durch die angekündigten Klagen der E.on in keiner Weise in Frage gestellt.
- Die E.on versucht mit ihrem angekündigten Verhalten einerseits die Vertriebsstrategie des neuen Regionalwerks zu behindern, zweitens den Übergang der Stromnetze an das Regionalwerk Würmtal hinauszuzögern und drittens eine Verunsicherung bei den Kunden auslösen.
Diese Strategie ist nicht gerade originell, sondern leicht durchschaubar und wenig erfolgversprechend. Überall in Deutschland, wo der vom Gesetzgeber gewünschte Wettbewerb stattfindet, wehren sich die Energieriesen mit diesen oder ähnlichen Methoden.
- Die Gründe dafür sind leicht nachvollziehbar. Geld wird in der Energiebranche nur zu einem geringen Teil über den Vertrieb von Strom, Gas und Wasser verdient. Der für alle Energieversorger wirtschaftlich erforderliche Profit wird über den Besitz und Betrieb der Energienetze generiert. Alle Stromanbieter müssen dem Netzbesitzer Durchleitungsgebühren zahlen. Der Netzbetreiber selbst erhält für seinen Aufwand an Instandsetzung und Investitionen in das Netz ein entsprechend auskömmliches Netzentgelt. Das ist einer der Gründe, warum die Gründungsgemeinden des Regionalwerks den Schritt in die kommunale Energieversorgung gewagt haben. Sie wollen erfolgreich wirtschaften und gleichzeitig die Energiepolitik zum Wohl ihrer Region aktiv mitgestalten.
- Die Energieriesen, im Falle des Regionalwerks Wümtal die E.on, können mit diesem Vorgehen letztlich den Netzübergang an den neuen kommunalen Träger nicht wirklich verhindern. Aber sie können den Netzübergang mit vielen juristischen Kniffen erheblich verzögern.
Die damit erzielte Wirkung ist eine mehrfache: Zum einen verdienen die alten Netzbetreiber auch in der Zeit der juristischen Klärung weiterhin viel Geld. Geld, das eigentlich den neuen Unternehmen zustehen würde. Das wirkt zweitens für neue Gründer abschreckend. Und drittens beschädigt die Klagebereitschaft der E.on das Vertrauen in die neuen Anbieter, weil es die Bevölkerung verunsichert.
Dabei ist die Gesetzeslage vollkommen eindeutig: Wenn der Altnetzbesitzer die Konzession nicht mehr wiedererlangt, ist er verpflichtet, das Netz an seinen Nachfolger abzugeben. Immer mehr Energiekunden durchschauen dieses Spiel der Energieriesen und wechseln
gerade deshalb zu den neuen Energieversorgern.
- Für Heinz-Leo Geurtsen, einen der Geschäftsführer des Regionalwerks Würmtal, ist es bereits die dritte Gründung eines Regionalwerks. Zwei davon sind bereits im Besitz der Netze und wirtschaftlich erfolgreich. Auch die Klagethematik ist ihm deshalb sehr vertraut. Der Gesetzgeber will den Wettbewerb um die Netze und dabei ist ein möglicher Wechsel der Netzinhaber schlicht und einfach der Normalfall. In Bayern ist das Regionalwerk Würmtal ein Präzedenzfall. Viele Kommunen, die ähnliches planen, werden sich das Verhalten der E.on und den Ausgang der Klageverfahren- sollte es überhaupt dazu kommen - genau ansehen.